Auf zur Agitation!

Werbung – in Wort, Bild und Schrift – gehörte zum Erfolgsrezept der Helvetia. Nur aufdringlich wollte man nicht sein.

Schon früh war der Helvetia klar: Wer wachsen will, muss werben. Oder agitieren, wie es damals hiess. Im April 1902 vermerkte die Krankenkassenzeitung leicht vorwurfsvoll: «Zu wünschen wäre nur, dass auch unsere Mitglieder sich dieser Sache etwas mehr annehmen würden.» Gleichzeitig informierte das Blatt: «Um unsere Kasse überall bekannt zu machen, wurde beschlossen, neue grosse und auffallende Plakate anfertigen zu lassen.» 35 mal 50 Zentimeter gross waren sie, auf Karton aufgezogen und sollten in Wirtschaften, Lesesälen, Fabriken und bei Coiffeuren aufgehängt werden. Auch Schilder für die Sektionskassiere gab man in Auftrag. Im September 1918 war der Krankenkassenzeitung ein Flugblatt mit einer Werbezeichnung beigelegt. Es zeigt, wie die Helvetia beruhigend die Hand einer Mutter hält, während sich Kinderschar und Ehemann am Krankenbett versammelt haben.Dazu der Aufruf: «Für die nicht begüterten Volksklassen, die auf ihren Tagesverdienst angewiesen sind, ist der rechtzeitige Anschluss an eine solide und leistungsfähige Krankenkasse die beste Fürsorge und ergiebigste Sparkasse für die Tage der Not.»

Im September 1918 war der Krankenkassenzeitung ein Flugblatt mit einer Werbezeichnung beigelegt. Es zeigt, wie die Helvetia beruhigend die Hand einer Mutter hält, während sich Kinderschar und Ehemann am Krankenbett versammelt haben. Dazu der Aufruf: «Für die nicht begüterten Volksklassen, die auf ihren Tagesverdienst angewiesen sind, ist der rechtzeitige Anschluss an eine solide und leistungsfähige Krankenkasse die beste Fürsorge und ergiebigste Sparkasse für die Tage der Not.» Mit dem Flugblatt, so der Wunsch des Vorstands, «sollte es jedem Mitgliede gelingen, dem Verbande wenigstens ein neues Mitglied zuzuführen ». Ein ehrgeiziges Ziel, waren damals doch schon fast 50'000 Personen bei der Helvetia versichert.

«Volle Freizügigkeit in der ganzen Schweiz». Frühe Helvetia- Werbung.

Mit dem Flugblatt, so der Wunsch des Vorstands, «sollte es jedem Mitgliede gelingen, dem Verbande wenigstens ein neues Mitglied zuzuführen ». Ein ehrgeiziges Ziel, waren damals doch schon fast 50'000 Personen bei der Helvetia versichert. «Warum wir werben», wurde 1938 im Verbandsorgan erneut erklärt. Man schrieb, die Helvetia sei zwar mit 180'000 Mitgliedern die grösste Krankenkasse der Schweiz. Aber trotzdem wolle man die Zahl der Sektionen und Mitglieder erhöhen. «Darin liegt das Geheimnis ihres Erfolgs», hiess es, «dass die Helvetia die Lasten verteilt». Und auch weitere Gründe für eine vermehrte Werbung wurden erläutert. Ohne die aktive Anwerbung neuer Mitglieder «melden sich vornehmlich Personen bei der Krankenkasse, die vielleicht schon einen Krankheitsherd in sich ahnen». Dagegen müssten jene Leute ermuntert «ja recht eigentlich geholt werden, die sich gesund fühlen und denen der Beitritt zu einer Krankenkasse deshalb erst durch die Weckung des Verantwortungsbewusstseins gegen sich und gegenüber der Familie nahegelegt werden muss».

1941 beschrieb die Krankenkassenzeitung auch, wie die Werbung für die Helvetia aussehen sollte. «Die Helvetia wirbt nicht durch aufdringliche Zeitungsinserate. » Vielmehr werde die gute Sache durch Mundpropaganda der Mitglieder weitergetragen. «Gesundheit und Krankheit sind unerschöpfliche Gesprächsthemen.» Man spreche überall darüber, «wo Menschen zusammenkommen, am Arbeitsplatz, in der Pause, auf dem Heimweg, in den Läden und Gaststätten». Ideale Gelegenheiten, so die Meinung, um auf das Thema Krankenkassenbeitritt aufmerksam zu machen und andere zum Beitritt zu bewegen.

Die Helvetia beugt sich tröstend über eine kranke Mutter. Die Illustration, die auch für Plakate benutzt wurde, war Teil eines Flugblatts, das 1918 der Krankenkassenzeitung beigelegt war.

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